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Kurz beantwortet

Frostsichere Außenarmatur in gedämmter Fassade oder Holzständerwand: Worauf kommt es an?

Bei einer gedämmten Fassade zählt die ganze Wand: Mauerwerk, Dämmung und beide Putzschichten zusammen müssen im Bereich liegen, den der Hersteller für die Armatur nennt, und der Ventilsitz muss im frostfreien Teil sitzen. Für Wärmedämmverbundsysteme machen Kemper und Schlösser eigene Angaben. Eine Holzständerwand nennt keine der Anleitungen, die wir gelesen haben.

von der Redaktion aktualisiert am 12. Oktober 2026 4 Min. Lesezeit

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Antwort in Kürze

Miss die Wand einschließlich Dämmung und Putz und wähle die Baulänge danach: Kemper nennt für die Frosti-Plus 150 bis 415 mm Einbautiefe, für die XL 150 bis 530 mm. Der Ventilsitz muss laut Kemper und Schell im frostfreien Bereich liegen. Wird später gedämmt, lässt sich die Kemper-Figur 578 laut Prospekt um 30 bis 250 mm verlängern. Für Holzständerwände gibt es in den gelesenen Anleitungen keine Angabe – dort entscheidet die Rückfrage beim Hersteller.

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Unverputzte Ziegelwand im Rohbau mit einer großen runden Bohrung, in der ein Zollstock liegtKI-generiert

Drei Punkte, an denen es hängt

Eine gedämmte Wand ändert am Prinzip nichts, aber an drei Stellen wird es eng. Die Grundlagen zum Messen stehen unter Einbautiefe und Wandstärke; hier geht es um das, was bei Dämmung und Leichtbau dazukommt.

1. Die Länge. Die Dämmung zählt zur Wand. Wer nur das Mauerwerk misst, kauft zu kurz. Die Maße der Hersteller beziehen sich auf die fertige Wand:

ArmaturMaßbereich laut HerstellerFür nachträgliche Dämmung
Kemper Frosti-PlusEinbautiefe 150–415 mm (bei Aufputz-Montage)mit Verlängerung Wandstärken bis 655 mm
Kemper Frosti-XLEinbautiefe 150–530 mm (bei Aufputz-Montage)mit Verlängerung Wandstärken bis 770 mm
Kemper Frosti vormontiert, Figur 579 02Wandstärke 150–492 mmbauseits verlängerbar
Schlösser JS-Frost-tec150–420 mm bei Aufputz-Montagenicht belegt
Seppelfricke SEPP-EisMauerstärken 135–500 mmnicht belegt
Schell POLAR IIMauerstärke 20 bis 43 cmnicht belegt
Mora Garden IIWandstärke max. 300 oder 400 mm je Ausführungnicht belegt

2. Der Ventilsitz. Kemper schreibt in der Anleitung der Figur 579: „Der Ventilsitz muss sich im frostfreien Bereich befinden!“ Schell formuliert dieselbe Einbauvoraussetzung für die POLAR II. Schlösser wird genauer: Der Einbau ist nur dort erlaubt, wo der Innenraum über die Frostperiode beheizt ist und die Temperatur am Dichtsitz durchgehend über 0 °C liegt. Wo in deiner Wand dieser Bereich beginnt, steht in keiner Anleitung – das beurteilt der Installationsbetrieb am Wandaufbau.

3. Der Abschluss an der Fassade. Dämmplatten geben nach, wenn außen etwas festgezogen wird. Kemper hat dafür bei den Figuren 578 und 579 die zweiteilige Wandscheibe eingeführt: Laut Prospekt gleicht sie den Winkel der Gefällebohrung aus, sorgt für einen wandbündigen Abschluss und verhindert, dass beim Anziehen des Auslaufgehäuses die Wärmedämmung eingedrückt wird.

KemperFür dicke und gedämmte Wände

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Für dicke Wände

Kemper Frosti-Plus-XL

Die lange Ausführung für gedämmte Fassaden und dickes Mauerwerk.

Warum an dieser Stelle: Die lange Baulänge für Wände, die mit Dämmung über 415 mm liegen – Kemper nennt 150 bis 530 mm Einbautiefe.

Geeignet für: Wände, bei denen 415 mm Einbautiefe nicht mehr reichen.

Stand beim Hersteller: Kemper fertigt die Baureihe Figur 574 laut eigener Ersatzteilseite seit 2024 nicht mehr und führt die Nachfolger Figur 578 und 579. Ersatzteile für die Baureihe 574 listet Kemper weiterhin.

  • Einbautiefe 150–530 mm (Kemper nennt diesen Bereich für die Frosti-XL)
  • Mit Verlängerung für Wandstärken bis 770 mm (Kemper)
  • Baureihe Figur 574 wird laut Kemper seit 2024 nicht mehr gefertigt – Nachfolger ist die Figur 578 05
  • Deutlich teurer als die Standardlänge
  • Das Angebot nennt 535 mm, Kemper nennt 530 mm – im Zweifel gilt die Herstellerangabe
Bauart
Wandarmatur, lange Ausführung
Einbautiefe
150–530 mm
Anschluss
DN 15 (1/2″)
Bedienung
Bediengriff
Baureihe
Figur 574 05, Fertigung bis 2024
Preisklasse
obere Preisklasse, teurer als die Standardlänge

Die XL in unserer Auswahl gehört zur Figur 574 05. Die seit 2024 gefertigte Nachfolgerin ist die Figur 578 05; die zweiteilige Wandscheibe nennt Kemper als Neuerung der Figuren 578 und 579. Mehr dazu auf der Seite zur Kemper Frosti XL.

Wärmedämmverbundsystem: neu gebaut oder nachträglich gedämmt

Im Neubau wird die Durchführung gesetzt, bevor Dämmung und Putz kommen. Kemper beschreibt das für den Bausatz der Figur 578: Montage in der Rohbauphase, das Auslaufgehäuse folgt nach Fertigstellung der Außenwand. Der Prospekt ergänzt, dass sich mit der Verlängerung zusätzlich ein Wärmedämmverbundsystem überbrücken lässt.

Wird ein bestehendes Haus gedämmt, sitzt die alte Armatur danach zu tief in der Wand. Für die Figuren 578 00, 578 03 und 578 05 nennt Kemper die Verlängerung Figur 578 00 002, stufenlos um 30 bis 250 mm. Für die Baureihe 574 führt Kemper ein eigenes Teil. Welche Verlängerung zu welcher Figur gehört und warum das Angebot bei Amazon vorher geklärt werden muss, steht unter Kemper Frosti Verlängerung.

Für erhöhte mechanische Belastung der Fassade, als Beispiel nennt der Prospekt die zweischalige Außenwand, führt Kemper zusätzlich ein Befestigungsset für eine bessere Fixierung im Mauerwerk. Seppelfricke nennt die SEPP-Eis ausdrücklich für ein- oder zweischaliges Mauerwerk, verklinkert oder verputzt.

Unverputzte Ziegelwand im Rohbau mit einer großen runden Bohrung, in der ein Zollstock liegtKI-generiert
Symbolbild: Bohrung in einer Rohbauwand – die Dämmung kommt später dazu und zählt zur Wandstärke. Die Bohrung ist zu groß dargestellt.

Holzständerwand: was belegt ist und was nicht

Keine der Anleitungen, die wir gelesen haben, nennt eine Holzständer- oder Holzrahmenwand. Die Schlösser-Anleitung verlangt, den Flansch auf der Innenseite „der Mauer“ zu verankern, und Seppelfricke zählt nur Mauerwerk auf. Daraus folgt kein Verbot. Es folgt aber, dass drei Fragen offen sind, die bei Mauerwerk die Anleitung beantwortet:

  • Befestigung: Woran wird die Armatur innen und außen fest?
  • Abdichtung: Wie wird die Durchdringung an die Dichtungsebenen der Wand angeschlossen?
  • Ventilsitz: Liegt er bei diesem Wandaufbau im frostfreien Bereich?

Für keinen der drei Punkte haben wir eine Herstellerangabe gefunden, und wir erfinden keine. Kemper nennt in den Anleitungen eine Service-Hotline und die Adresse der Anwendungstechnik; dort gehört die Frage hin, bevor gebohrt wird.

Kurz zusammengefasst

Gedämmte Fassade: Wand komplett messen, Baulänge danach wählen, auf die Lage des Ventilsitzes achten und für spätere Dämmung eine verlängerbare Baureihe einplanen. Holzständerwand: nur nach Rückfrage beim Hersteller. Die Schritte an der Wand selbst beschreibt die Anleitung Außenwasserhahn einbauen, alle Modelle im Überblick zeigt die Startseite zum frostsicheren Außenwasserhahn. Weitere Antworten stehen in der Übersicht aller Fragen, zum Beispiel warum eine frostsichere Armatur trotzdem einfrieren kann.

Rückfragen zum Thema

F01Welche frostsichere Außenarmatur passt bei einer Wand mit Wärmedämmverbundsystem?

Die, deren Maßbereich die ganze Wand abdeckt. Kemper nennt für die Frosti-Plus eine Einbautiefe von 150 bis 415 mm und für die XL 150 bis 530 mm, jeweils bei Aufputz-Montage; die vormontierte Frosti Figur 579 02 passt laut Kemper zu Wandstärken von 150 bis 492 mm. Schlösser nennt für die JS-Frost-tec 150 bis 420 mm, Seppelfricke für die SEPP-Eis Mauerstärken von 135 bis 500 mm. Gemessen wird immer einschließlich Putz und Dämmung.

F02Was tun, wenn die Fassade nachträglich gedämmt wird?

Dann wird die Wand dicker, und die Armatur muss mitwachsen. Kemper führt dafür die Frosti-Verlängerung Figur 578 00 002: Laut Prospekt lassen sich die Figuren 578 00, 578 03 und 578 05 damit stufenlos um 30 bis 250 mm an geänderte Bautiefen anpassen, zum Beispiel bei einer Gebäudesanierung mit neuer Außendämmung. Für die ältere Figur 574 gibt es eine eigene Verlängerung; mischen darf man die Teile laut Kemper nicht.

F03Kann eine frostsichere Außenarmatur in eine Holzständerwand eingebaut werden?

Das lässt sich aus den Unterlagen, die wir gelesen haben, nicht beantworten. Seppelfricke zählt für die SEPP-Eis nur ein- oder zweischaliges Mauerwerk auf, verklinkert oder verputzt. Die Anleitungen von Kemper, Schell und Schlösser nennen Wandstärken, aber keine Holzständerwand. Frag deshalb vor dem Kauf beim Hersteller nach und lass die Durchdringung vom Holzbau- und vom Installationsbetrieb gemeinsam planen.

F04Ist die Armatur in der gedämmten Wand eine Wärmebrücke?

Dazu haben wir keine Herstellerangabe und keine andere Primärquelle gefunden; wir machen deshalb keine Aussage zu Wärmeverlusten. Belegt ist nur, was die Hersteller zur Durchführung selbst sagen: Schlösser liefert im Rohbau-Set eine Isolierung mit, deren Dämmschlauch beim Einbau gekürzt wird, und Schell führt einen Schutzschlauch, der wandbündig abgelängt wird.

Belege

  1. [1]Kemper: Prospekt FROSTI (zweiteilige Wandscheibe, Verlängerung, Befestigungsset, Wärmedämmverbundsystem)
  2. [2]Kemper: Produktübersicht frostsichere Außenarmaturen (Einbautiefen und Wandstärken)
  3. [3]Kemper: Montage- und Bedienungsanleitung Frosti Figur 579 (Ventilsitz im frostfreien Bereich)
  4. [4]Schlösser: Montageanleitung JS-Frost-tec (Wandstärken, beheizter Innenraum, Isolierung; Wiedergabe beim Händler)
  5. [5]Seppelfricke: Montageanleitung SEPP-Eis (geeignete Wandaufbauten, Mauerstärken)
  6. [6]Schell: Montage- und Serviceanleitung POLAR II (Ventilsitz im frostfreien Bereich, Wanddicke)

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Erstellt von

Redaktion aussenwasserhahn-frostsicher.de

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